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Lowijs Perquin (1950-2016)

„Eine Pesso Struktur ist wie eine minimalinvasive Gehirnoperation und die Worte sind mein Skalpell.“
(Lowijs Perquin in seinem Vortrag auf der CIP Tagung zum Thema “Die Psychothehrapie entdeckt den Körper”, Ottobrunn 2004)

Von Michael Bachg

Man kann Lowijs Perquin als Psychiater beschreiben, er war aber sehr viel mehr als das: ein kreativer Mensch mit vielen Begabungen, der das Leben liebte und für seine Ideale stand. In seiner Freizeit war er ein leidenschaftlicher Segler, spielte Violine in einem Kammerensemble, tanzte Tango mit seiner Frau Harmina und fuhr gerne Ski mit seiner Familie. Später schrieb er ein Theaterstück, brachte es in Amsterdam auf die Bühne und spielte in mehreren ausverkauften Vorstellungen selbst die Hauptrolle.

Die Entstehung und Entwicklung unseres Ausbildungsinstitutes ist eng mit Lowijs Perquin verbunden. Er arbeitete hier gemeinsam mit Albert Pesso von 1999 bis 2016 sehr erfolgreich als Top-Trainer und Mentor. In dieser Zeit durchliefen 10 Trainingsgruppen die Weiterbildungen. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern war er äußerst beliebt, besonders wegen seiner akademischen Klarheit, seiner didaktischen Begabung und seines stets unterstützenden und humorvollen Kommunikationsstils. Seine Weise Menschen zu begegnen und zu begeistern, als Psychotherapeut und Psychiater, Supervisor, Trainer und Kollege wirkt nach und ist uns bis heute ein Vorbild. Als europäischer Koordinator für Weiterbildungen in der Pesso-Therapie initiierte er überregionale Weiterbildungen, u.a. Supervisoren- und Trainerausbildungen, 2001 zunächst in den Niederlanden und später in den USA. Die in unserem Institut seit 2013 durchgeführten Supervisoren- und Trainerausbildungen wurden durch eine gemeinsame Initiative von Albert Pesso, Lowijs Perquin und Michael Bachg ins Leben gerufen.

Lowijs Perquin studierte Medizin in Groningen und spezialisierte sich in Amsterdam in Psychiatrie. Er arbeitete dort 35 Jahre, zunächst in einem Krisendienst und später in verschiedenen Funktionen an der Freien Universität Amsterdam, in der Valeriusklinik und in Einrichtungen zur Behandlung psychischer Erkrankungen, u.a. der GGZ Buitenamstel und GGZ in Geest. Im Jahre 2003 promovierter er zum Thema „Tagesklinische Behandlung anstatt psychiatrische stationäre Aufnahme: Praxis und Vorhersage.“ Ab 2004 hatte er die Funktion des stellvertretenden Ausbilders bei der GGZ Buitenamstel inne und war intensiv eingebunden in der Medizinischen Ausbildung. Einer seiner besonders herausragenden Verdienste ist, dass er die Psychiatrie-Ausbildung in den Niederlanden grundlegend erneuert hat. Von Amsterdam aus gelang es ihm, die Ausbilder des Landes davon zu überzeugen das die Psychiatrie-Ausbildung – landesweit einheitlich organisiert – an Qualität gewinnen würde. Im Jahre 2010 konnte er sein Ideal verwirklichen und wurde Programmdirektor des Landelijk Psychiatrieonderwijs, des späteren Onderwijsbureau.

Lowijs Perquin war “een duizendpoot” (Tausendfüßler, niederländischer Ausdruck für jemanden der viel kann und tut). In 2015 wurde er zum Ehrenmitglied des NvvP (Niederländische Vereinigung der Psychiatrie) ernannt.